Portraits

JS_interior_01Jakob Schlaepfer

Seit über 100 Jahren bereichert Jakob Schlaepfer die Welt mit Stoffen. Textile Visionen für Mode und Architektur stehen am Anfang jeder Kollektion. Die einzigartige Kombination aus sorgfältiger Handarbeit und industrieller Fertigung führt zu einem luxuriösen Produkt, das durch Exklusivität und Schönheit besticht. Das Designteam um Martin Leuthold kreiert mehr als 1200 neue Stoffentwürfe pro Jahr – immer mit dem Anspruch Kunden weltweit mit innovativen Ideen und hochwertiger Verarbeitung zu überzeugen.

In St.Gallen werden die Stoffe erdacht, erprobt und realisiert. Die hausinterne Produktion und eine enge Zusammenarbeit mit ortsansässigen Partnerfirmen erlaubt es Jakob Schlaepfer experimentell zu arbeiten und flexibel auf den stetigen Wandel der Mode zu reagieren.

Ursprünglich ein Stickereiunternehmen hat Jakob Schlaepfer kontinuierlich technologische Entwicklungen für sich adaptiert und arbeitet heute unter anderem mit Lasercut, Digitaldruck und modernsten Stickmaschinen. Die Möglichkeiten der Stoffbearbeitung sind dadurch umfassender und vielschichtiger geworden.

Die Mode- und Interiorstoffe, sowie Accessoires von Jakob Schlaepfer sind vielfältig und bleiben dabei unverkennbar. Das Unternehmen ist nicht einem einzigen Stil verpflichtet, es charakterisiert sich vielmehr durch die Verbindung der lokalen Kultur und Textiltradition mit zukunftsweisendem Design. Jakob Schlaepfer ist Inspiration für Couturiers, Architekten und Stoffliebhaber auf der ganzen Welt.

jakob-schlaepfer.ch

 


 

StaehliAnnetteAnnette Stähli – Präsidentin SwissCouture

Eine engagierte Berufsfrau, die sich seit vielen Jahren für unseren Berufsnachwuchs einsetzt. Ihre Herzensangelegenheit sind die Berufsmeisterschaften. Sie organisierte viele Schweizermeisterschaften und stand bei den WorldSkills als Internationale Expertin im Einsatz. Nicht zuletzt dank ihrem Training und Engagement auf dem internationalen Parkett erbrachten ihre Schützlinge an den Weltmeisterschaften grossartige Leistungen und kamen mit Medaillen nach Hause.

Annette Stähli absolvierte die Lehre als Damenschneiderin 1953-56 in Lausanne. Danach arbeitete sie bis 1960 in verschiedenen Funktionen bei HANRO in Liestal. 1960-68 setzte sie sich für ihre Familie ein und arbeitete daneben ab 1968 bereits wieder als selbstständig erwerbende Damenschneiderin. Die Meisterprüfung schloss sie 1976 ab. Danach bildete Annette Stähli 26 Jahre lang regelmässig Damenschneiderinnen aus. Als Präsidentin des Coutureschneiderverbands Region Basel (CSVRB) war sie 27 Jahre im Amt. Bei den Weltmeisterschaften arbeitete sie 1995 erstmals als Beobachterin in Lyon und 1997 als Expertin an den Weltmeisterschaften in St. Gallen. 2006 wurde der Verein SwissCouture gegründet bei der sie seit dem in der Funktion als Präsidentin tätig ist und einige Zeit auch als internationale Expertin.

10 Jahre Swiss-Couture – das Interview mit der Präsidentin Anette Stähli

Seit wann existiert die Trägerschaft SwissCouture?
SwissCouture wurde im Juni 2006 gegründet. Im Herbst 2006 fanden die ersten Schweizermeisterschaften der Damenschneiderinnen in Basel statt.

Wie viele Kanditatinnen und Kandidaten nahmen dabei teil?
8 Kandidatinnen. Nicole von Ah gewann Gold und durfte 2007, an den Weltmeisterschaften in Japan teilnehmen.
Sie gewann damals die Silbermedaille.

Wozu wurde dieser Verein gegründet?
Sinn und Zweck ist es den Nachwuchs des Berufs der Bekleidungsgestalterin, des Bekleidungsgestalters zu fördern.
Denn gut ausgebildete Berufsleute bringen immer einen „Return of Investment“.

Haben sich die Anforderungen bei den Welt- Europa- und Schweizermeisterschaften in den letzten 10 Jahren verändert?
Ja, noch vor einigen Jahren kam es ausschliesslich auf die Qualität und Quantität  der Verarbeitung an. Mittllerweile sind Kreativität, Schnittzeichnen und Abformen ebenso gefragt.

Was kostet den Verein die Teilnahme an den Schweizermeisterschaften?
Wir benötigen jeweils ein Budget von SFR 50’000.-. Das ist viel Geld für einen kleinen Verein und vor allem wenn man die Sponsoren selber suchen muss.

Was wünschen sie sich für die kommenden Schweizermeisterschaften in Luzern?
Das alles problemlos abläuft und die 7 Kandidatinnen den Ansprüchen der Experten genügen werden.

Was wünschen sie sich für SwissCouture?
Mein grösster Wunsch ist,  dass in Zukunft immer alle drei Landesteile vertreten sein werden.

www.swisscouture.com

 


 

Julian Huber – Risa Hutwerkstatt 

Seit 1919 modisch auf der Hut

Die RISA Hutwerkstatt, beheimatet im Aargauischen Hägglingen, hat sich seit über 90 Jahren dem Hut verschrieben und praktiziert durch und durch altes Hutmacher-Handwerk. Veraltet? Keineswegs!

 

Handwerk und Tradition

Beim Betreten des doch schon etwas in die Jahre gekommenen 60er Jahre Fabrikbaus ahnt man kaum, dass in diesen Räumlichkeiten edle Filz und Strohhüte erster Klasse gefertigt werden. Es scheint, als wäre die Zeit stehen geblieben. Das 1919 gegründete Unternehmen ist seinen Leisten treu geblieben und dies mit einer grossen Portion Herzblut und Leidenschaft. Holzformen, alte Pressen, Bügeleisen, Nähmaschinen die mit der Transmission angetrieben werden und allerlei Rohmaterialien zeugen von Tradition und Handwerk.

Wenn man jetzt denkt, dass hier alte Hüte gefertigt werden, täuscht man sich gewaltig. Obwohl auf das traditionelle Handwerk sehr viel Wert gelegt wird, entstehen zweimal jährlich topmodische Kollektionen, die gar nichts Staubiges an sich haben.

Erstklassige Materialien machen den Hut

„Wenn es um die Materialwahl geht, dann geht man keine Kompromisse ein“, so Hutmacher Julian Huber: „Nur wenn die Basis stimmt, entsteht auch ein Top Hut“. Im Sommer beispielsweise wird das edle Panama-Geflecht verarbeitet. Die Feinheit und die Flechtart sind dabei matchentscheidend. „Dass die Panama-Rohlinge von Hand geflochten werden, wissen die wenigsten“. Wer jedoch einen solchen besitzt, der schwärmt von seinen Eigenschaften.

Vorwiegend im Winter werden Kaninchenhaarfilze und Schurwollfilze verarbeitet. Und dabei moderne mit Traditionshandwerk gepaart. „sowohl selbstdesignten Modelle unserer Kollektionen, wie auch nach Skizzen angefertigte Hüte und Mützen sind Unikate, die durch mehrere Hände wandern um am Schluss unseren Kunden glücklich zu machen“.

Weltmetropole in Sachen Mode

Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Hüte aus dem Freiamt (Region im Kanton Aargau) weltweit bekannt. Fabriken entstanden und mittels Einsatz selbst erfundener und weiterentwickelter Maschinen konnte die Herstellung grösserer Mengen ermöglicht werden. Das zu Hägglingen nahe gelegene Wohlen wurde als „Chly Paris“ betitelt, da Firmen regelmässig Auszeichnungen der Modebranche mit ins Freiamt bringen konnten. Der Schauspieler und Sänger Maurice Chevalier war wohl der berühmteste Träger eines Freiämter Hutes.

Als Kopfbedeckungen wieder aus der Mode kamen, verschwanden die Industrien nach und nach. Doch als Beweis dafür, dass die Freiämter Strohzeiten noch längst nicht vorbei sind, rief Julian Huber im Jahr 2012, angespornt durch einen alten Flechtstuhl den er in der Tressa AG in Villmergen entdeckt hatte, die «Freiamt Kollektion» ins Leben. Dabei wurden 18 Gemeinden mit einem eigenen Strohhutmodell geehrt. Der Erfolg war so gross, dass die Kollektion mittlerweile 60 Modelle umfasst.

Handwerk live

Wer sich mehr für das Handwerk interessiert, hat jeweils Ende April & Oktober die Möglichkeit, die RISA Hutwerkstatt anlässlich des Verkaufs ab Fabrik zu besichtigen. Dabei kann man den Hutmachern über die Schulter schauen und live miterleben, wie ein Hut entsteht.

Risa Hutwerkstatt

 


 

UnknownNathalie Pellon

„Das Spielen und Komponieren mit Farben und Formen sind meine Leidenschaft. Als Textildesignerin möchte ich mit meinen Stoffen Geschichten erzählen – meinen Entwürfen gehen meist zahlreiche Recherchen voraus. Inspirationen fliegen mir von überall her zu. Der Trägerin/dem Träger meiner Foulards darf sich von den Geschichten berühren lassen, seine eigene dazu dichten oder sich einfach von den Farben und Formen verführen lassen – ein kleines Stück Alltag verzaubern.“

Nathalie Pellon hat an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Textildesign studiert und ein Praktikum bei der Trendagentur Peclers in Paris absolviert. Seit 2006 arbeitet sie als freischaffende Textildesignerin und Kostümbildnerin. Im August 2013 hat Nathalie Pellon mit den Modedesignerinnen Debora Rentsch und Zara Nydegger den Laden „ooonyva“ im Herzen der Berner Altstadt, an der Münstergasse 35, eröffnet. Ihre Designs wurden bereits im renommierten Trendmagazin «Texitura», und Büchern wie «New Fashion Prints» (Batsford) und «Designmuster» (Laurence King und Haupt Verlag) publiziert.Ihre eigene Publikation „kleinkariert – Wege zum Muster im Textildesign“ (Haupt Verlag 2012) hat im Herbst 2012 den Prix Jumelles gewonnen.

www.nathaliepellon.ch